Mit Leidenschaft für Fliesen und Gleichheit

Snickers Workwear - Italien

Julia Schaffer Flemk ist eine Fliesenlegerin, die sich für Chancengleichheit im Bauwesen einsetzt. Dieser Kampf hat dazu geführt, dass sie Stipendien erhielt, in den Medien Beachtung findet und mehr Arbeit bekommt, als sie bewältigen kann.

Geschäft der Chancengleichheit

"Dieses Ding der Chancengleichheit in der Baubranche ist immer noch mehr oder weniger nur Gerede. Noch immer geben Frauen ihre Arbeit auf, weil sie die unleidige, völlig unangebrachte Machokultur satt haben. Meine Berufung und der Sinn meines Unternehmens ist es, Frauen für Bauberufe zu begeistern, denn ich weiß, dass ihr Einstieg in die Baubranche die Einstellung innerhalb der Unternehmen und im Umgang mit den Kunden automatisch verbessern wird", sagt Julia.

Wenn Sie sagen, die Machokultur ist unangebracht, was meinen Sie damit?

Bauhandwerker zu sein ist eine schwere Aufgabe für Männer und Frauen gleichermaßen. Dein Körper leidet echt darunter, schwere Säcke über das Gelände und Treppen hinauf in Gebäuden ohne Aufzüge tragen zu müssen. Aber manchmal sind diese Belastungen schlimmer, als sie sein müssten.

“Berufsbekleidung, die Frauen passt, ist ein wichtiger Marker und vielleicht der erste Schritt, um die Branche wirklich für Frauen zu öffnen.”

Was meinen Sie damit?

Die Männer müssen am ersten Tag zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Sie schleppen sich dann ab, bis ihnen der Rücken bricht. Sie wollen nicht schwach wirken und die Arbeit verzögern. Das führt sie dazu, Gewichte zu tragen, die zu schwer für sie sind und sie verwenden keine Schutzausrüstung. Und diese Unart betrifft uns alle.

wIE?

Als ich als Fliesenleger anfing, wog ich
47 Kilo und die Säcke, die ich trug, 25. Einer meiner damaligen Kollegen, ein ziemlich großer Kerl, trug einen Sack über jede Schulter und dachte, ich müsste dasselbe tun, wenn ich Fliesenleger werden wollte. Ich habe getan, was er gesagt hat, und jetzt werden mir mein Rücken und meine Knie für den Rest meines Lebens Probleme bereiten. Das Ziel meines Unternehmens und die Tatsache, dass ich in den Medien über die Machokultur als schädliches Phänomen spreche, ist, zu verhindern, dass andere die gleichen unnötigen Fehler machen, die mir passiert sind.

Beschäftigen Sie nur Frauen?

Jeder mit der richtigen Einstellung ist willkommen, für mich zu arbeiten. Geschlecht, Nationalität und sexuelle Präferenz - das macht keinen Unterschied für mich.

Würden Sie sagen, die meisten Bauunternehmen sind heute offen für die Idee, Frauen zu beschäftigen?

Viele sagen - offiziell -, dass sie gerne mehr Frauen einstellen würden, aber sie sind nicht bereit, etwas zu ändern. Wie zum Beispiel die Bestellung von Kleidung in der richtigen Größe. Wer aber zu große, schlecht sitzende Kleidung trägt, dem fällt es schwerer, einen guten Job zu machen. Arbeitskleidung, die Frauen passt, ist ein wichtiger Marker und vielleicht der erste Schritt, um die Branche wirklich für Frauen zu öffnen.

Gewann den Isabellstipendiet-Award 2015.

Begründung der Jury:

„Die Gewinnerin des Isabelle-stipendiat-Preises 2015 ist mit ihrem Mut und ihrer unerschöpflichen Energie das leuchtende Beispiel einer Frau, die die Baubranche zum Besseren wandelt. Mit ihrem Unternehmen Julias Plattsättning & Bygg demonstriert sie handwerkliches Können, eine verantwortungsvolle Einstellungspolitik und bewusste Netzwerkbildung. Damit inspiriert sie Frauen, die aktive Handwerkerinnen sind oder es werden wollen“.

Diese mit 20.000 SEK dotierte Auszeichnung ist Schwedens erster Preis für Handwerkerinnen und wird gemeinsam von der gemeinnützigen Organisation Rättviseförmedlingen und Isabelle McAllister vergeben.

Wie sieht der Markt aus?

Viele Hersteller sind aufgewacht. Heute sind Bekleidung und Schutzausrüstung in kleineren und angepassten Größen erhältlich, und es sind sowohl 10 als auch 15 Kilo-Säcke erhältlich. Selbst für Schwangere gibt es jetzt Arbeitshosen. Jetzt müssen nur noch die Bauherren und die Bauindustrie überzeugt werden, dieses breitere Spektrum anzunehmen.

Was geschah, als Sie geholfen haben, eine neue Workwear-Linie für Snickers Workwear zu entwickeln?

Malin Enoksson, Produktentwicklerin bei Snickers, hatte ein Treffen mit etwa 10 Frauen aus der Baubranche mit unterschiedlichen Berufsbildern eingeladen und einen Abend damit verbracht, herauszufinden, was wir denken. Beinlänge, Hüftumfang und Schulterbreite waren einige der wichtigsten Maßnahmen auf ihrer Liste.

Frauen, die im Baugewerbe arbeiten, haben im Allgemeinen breitere Schultern als die durchschnittliche Frau. Frauen haben oft breitere Hüften als Männer, was häufig bedeutet, dass wir beim Kauf aus dem männlichen Sortiment eine Nummer größer wählen müssen. Die Beine sind dann viel zu lang und die Knieschoner schlabbern an der falschen Stelle. Wenn Sie die Hosenbeine aufrollen müssen, bleiben Späne und andere Ablagerungen darin hängen, und das macht Ihre Waschmaschine kaputt.

Sie tragen die Ergebnisse, einschließlich der AllroundWork 6701 Arbeitshose. Was halten Sie davon?

Zum ersten Mal überhaupt sind meine Knieschoner genau an der richtigen Stelle. Der durchschnittliche Fliesenleger bewegt sich ziemlich viel, klettert auf Leitern oder muss sich oft hinknien. Vielleicht 100 Mal am Tag. Früher musste ich jedes Mal die Hose hochziehen, wenn ich mich hinkniete. Jetzt kann ich mich auf meine Arbeit konzentrieren.

Und was ist mit der AllroundWork 1207 Softshell-Jacke - passt sie zur weiblichen Form?

Selbst eine kleine Brust bedeutet, dass Jacken, die für den männlichen Körper entwickelt wurden, häufig im Rücken spannen. Und das gleiche gilt für all diese Werbe-T-Shirts, die du bekommst. Ich hole dann immer mein Teppichmesser raus und mache einen Schnitt durch den Halsbund, damit sie nicht so eng sind. Aber das kannst du nicht mit einer Jacke machen. Durch unseren Einfluss passt die neue Snickers Jacke perfekt auch im Rücken. Das Design passt perfekt und die Ärmel haben genau die richtige Länge und Breite. Ich habe die optimale Bewegungsfreiheit.

Wie sind Sie eigentlich in der Baubranche gelandet?

Schon als ich klein war, beschloss ich, Schreinerin zu werden. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, ohne Fernsehen, und da gab‘s keine Computerspiele. Die meiste Zeit waren mein Cousin und ich draußen und bauten Baumhäuser, in denen wir den ganzen Sommer über lebten.

Haben Sie Ihre Zeit im Baumhaus damit verbracht, davon zu träumen, einmal Geschäftsfrau zu werden?

Nein, es kam mir nie in den Sinn, meine eigene Firma zu gründen. Dafür hatte ich nicht genug Selbstvertrauen. Aber nach einem Jahrzehnt als Angestellte war in mir das Gefühl gewachsen, etwas tun zu müssen, um meine Einstellung zu ändern. Mir wurde klar, dass das ganze Macho-Gerede in Wirklichkeit schon in der Schule begonnen hatte. Der Lehrplan sieht sogar vor, dass die Schüler eine Ausbildung in Berufskultur erhalten müssen - hah!

Deshalb habe ich angefangen, an der Universität zu studieren, um Bau- und Konstruktionslehrerin zu werden. Aber als ich meine Ausbildung abgeschlossen hatte, hatte ich ein neues Selbstbewusstsein einwickelt und dachte, ich sollte stattdessen mein eigenes Unternehmen gründen. Und das habe ich noch nicht eine Sekunde lang bereut.

Julia Schaffer Flemk

Größe: 36
Alter: 33
Familie: Wir leben zusammen
Wo ich lebe: Huddinge, Stockholm.
Beruf: Fliesenlegerin
Arbeitsplatz: Führt die Firma Julias Plattsättning & Bygg, die hauptsächlich Frauen und von Frauen geführte Subunternehmen beschäftigt.
Lieblingskleidung: Allroundwork 6701, natürlich!

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